-> Eröffnung FR 24.04.2026 19:00
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Eröffnung der Ausstellung "Drake Carr. House"
Mi–So 12:00–18:00
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Grazer Kunstverein
Der Grazer Kunstverein ist eine gemeinnützige, auf Mitgliedschaft basierende Kunstorganisation im Erdgeschoss des historischen Palais Trauttmansdorff im Zentrum von Graz. Gegründet 1986, ist der Grazer Kunstverein heute eine markante Stimme in Österreich und operiert durch einen intensiven Dialog mit internationalen Entwicklungen der Gegenwartskunst. Etabliert als Raum für künstlerische Produktion, Ausstellungsmachen und Kunstvermittlung hat er sich immer gegen populistische Einflüsse gestellt und sich stattdessen für die Förderung und Präsentation qualitativ hochwertiger künstlerischer Experimente eingesetzt. Die Geschichte der Institution selbst ist durch Experiment, Risiko und einen kritischen Diskurs gekennzeichnet und bietet daher den Kontext dafür, die Rolle und Funktion eines Kunstvereins unter zeitgenössischen Bedingungen neu zu denken.
24.04.2026 - 31.05.2026
© Drake Carr
© Drake Carr
© Drake Carr
In den Niederlanden ist es eine langjährige Tradition, einen „Stadsdichter“ zu ernennen: einen Dichter, der ein ganzes Jahr lang in das städtische Leben einer Stadt eintaucht und die Aufgabe hat, darüber zu schreiben, während es geschieht. Nicht nur über Einweihungen und offizielle Reden, sondern auch über kaputte Rolltreppen, zufällig mitgehörten Klatsch, graue Dienstage, kleine Pannen und plötzliche Momente der Schönheit. Anlässlich unseres 40-jährigen Jubiläums werden wir etwas Ähnliches versuchen.
Hier kommt Drake Carr ins Spiel, ein Künstler, dessen Arbeit sich damit beschäftigt, wie soziale Welten, Orte und Momente eingefangen, festgehalten und in Zeichnungen umgesetzt werden können. Für seine erste institutionelle Ausstellung in Europa mit dem Titel „House“ lässt er sich im Grazer Kunstverein nieder und bringt seine fortlaufende Porträtpraxis in den Kreis der Institution ein. Sechs Wochen lang lädt Carr Künstler*innen, Teammitglieder, neue Bekannte und Besucher*innen – die wechselnde Besetzung, durch die sich die Institution formt – ein, für ihn Modell zu sitzen, um ein Porträt der Institution zu schaffen.
Das Bild, das dabei entsteht, wird weder neutral noch vollständig sein. Porträtfotografie bedeutet immer, ein gewisses Maß an Kontrolle abzugeben. Genau darum geht es. Was wir zu sehen bekommen, ist der Grazer Kunstverein, wie er durch Carrs aufmerksamen Blick auf das Zwischenmenschliche gebrochen wird. Eine Momentaufnahme.
Um diese Porträts zu ermöglichen, hat Carr eine Reihe aufwendiger Innenkulissen in der Galerie aufgebaut. Diese Umgebungen sollen ein Gefühl von häuslichem Raum vermitteln, Orte des Komforts und der Selbstentfaltung, während sie gleichzeitig als Bühnen für die Begegnungen dienen, die sich in ihnen abspielen. Diese Aufmerksamkeit für Dekor und Inszenierung hat etwas leicht Camp-artiges an sich. Damit tritt er in die Fußstapfen von Künstlern wie Marc Camille Chaimowicz und Jean Cocteau – oder, näher an der Heimat, der ornamentalen Intelligenz von Dagobert Peche. Wie in anderen Projekten arbeitet Carr auch hier wieder mit seiner Mutter Wendy Carr zusammen, die ein Innenarchitekturstudio in ihrem Haus betreibt, in dem Drake aufgewachsen ist. Wenn das eigene Zuhause zur Schau gestellt wird, ist jeder Raum eine Bühne. Natürlich können auch Ausstellungsräume eine ähnliche Art von Selbstbewusstsein auslösen. Carrs Inszenierungen in Graz wirken dem gewissermaßen entgegen: Sie bieten einen Rahmen, der das Unbehagen beim Posieren für ein Porträt in der Öffentlichkeit mildert und zugleich die Dramatik des Aktes verstärkt.
In diesen spielerischen Umgebungen wird der Kunstverein dabei erwischt, er selbst zu sein – leicht übertrieben gekleidet, wunderschön beleuchtet, ein wenig selbstbewusst und vollkommen lebendig.
-> Eröffnung FR 24.04.2026 19:00
Eröffnung der Ausstellung "Drake Carr. House"